Marie Christiane Elenore Prochaska

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Eleo­nore Pro­chaska kam am 11. März 1785 in Pots­dam zur Welt. Ihr Vater war Unter­of­fi­zier in einem preu­ßi­schen Batail­lon der Garde. Als er 1793 in den Krieg gegen Frank­reich zie­hen musste, war die Mut­ter nicht in der Lage, sich um die Kin­der zu küm­mern. Eleo­nore und ihre drei Geschwi­ster wur­den in das Große Mili­tär­wai­sen­haus in Pots­dam ein­ge­wie­sen. Dort blieb sie bis 1797 und kehrte dann zu ihrem Vater zurück, der den Dienst ver­las­sen hatte und von sei­ner Rente und vom Musik­un­ter­richt lebte. Um 1808/​1809 inter­es­sierte sie sich für die Volks­auf­stände in Spa­nien und Tirol gegen Napoleon.[1] Um diese Zeit ver­ließ sie den väter­li­chen Haus­halt und um 1810 diente sie als Köchin in einem Pots­da­mer Bürgerhaus.

Ende Juni 1813 trug sie sich unter dem Namen August Renz in die Stamm­rolle des Jäger­de­tache­ments des 1. Batail­lons des Lüt­zow­schen Frei­korps ein.[2] Leut­nant Otto Preuße schrieb:

„Das Frei­korps Lüt­zow ver­stärkte im Juli 1813 das Armee­korps von Gene­ral Wall­mo­den, das an der Nie­der­elbe posi­tio­niert war. Als Mitte August der Krieg erneut los­brach, stand Pro­chas­kas Ein­heit in Büchen. Ihre Abtei­lung machte die ganze Kam­pa­gne mit, wurde aber in den vie­len Schar­müt­zeln gegen die Armee von Davout (Lau­en­burg, Vel­lahn, Gade­busch, Mölln usw.) nicht ein­ge­setzt. Die Schlacht an der Göhrde am 16. Sep­tem­ber 1813 wurde die erste ern­ste Kampf­probe für die Kom­pa­nie und für Prochaska.“

In der Schlacht an der Göhrde wurde sie durch eine Kar­tätsche schwer ver­wun­det, als sie ver­suchte, einen ver­letz­ten Kame­ra­den aus der Kampf­li­nie zu tra­gen. Ein her­bei­ge­eil­ter Vorgesetzter,[5] der ihre Wun­den ver­sorgte, ent­deckte ihr wah­res Geschlecht und ließ sie in ein Bür­ger­haus nach Dan­nen­berg brin­gen, wo sie drei Wochen spä­ter ihren Ver­let­zun­gen erlag.

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